Mittwoch, 29. Februar 2012

Dennerle Cube Complete 60 l - eine andere Liga

Am Sonntag, den 22.1.12, hatten wir eigentlich einen Zoo-Besuch geplant. Mulle und ich haben nicht ein Wort darüber verloren, obwohl wir im Winter immer sehr gern und oft in den Zoo gefahren sind. Der Dennerle-Cube stand originalverpackt mitten auf dem Tisch. Er wurde Mittelpunkt unseres Lebens in den nächsten Wochen. Wer hätte das noch vor einem Monat gedacht? Und wer wollte da noch in den Zoo? Wir hatten selbst einen Zoo!
Feierlich haben wir ihn ausgepackt. Der alte Cube war ja auch ganz schön, aber der Dennerle Cube spielte in einer anderen Liga. Wirkten Becken und Lampe noch gleichwertig, übernahm der Dennerle spätestens beim Filter die Führung und gab sie nicht mehr ab. Aussehen, Haptik, alles 1A.
Wir fühlten uns wie Kinder an Weihnachten vor der Bescherung. Diesmal wollten wir aber vernünftig bleiben und fraktioniert vorgehen, von vornherein eine Deadline ziehen. „Nano-Aquaristik hat was mit Langsamkeit zu tun!“, philosophierte ich vor mich hin. „Das Prinzip des Lebens ist die Langsamkeit, die der Unterwasser-Welt sowieso!“, posaunte ich altklug hinterher. Mulle nickte wissend. Sie kannte mich.
Mulle las von der Verpackung ab „Einrichtung eines Nano-Beckens - in nur 60 Minuten.“ Da hatten wir die Bescherung! Ich brauchte ja schon 60 Minuten bis ich alles ausgepackt, sortiert und griffbereit vorbereitet hatte. Gerade hatte ich noch von Langsamkeit philosophiert, schon stand ich wieder unter Strom.
Mulle war die Klügere von uns, gab aber diesmal nicht nach, sondern hat erst einmal einen Plan gemacht. Im Hintergrund blubberte noch der alte Cube. Was waren wir schon wieder aufgeregt! Vor meinem geistigen Auge sah ich blühende Unterwasser-Landschaft – so was in der Art war schon einmal einem Altbundeskanzler zum Verhängnis geworden. Mir sollte es nicht besser ergehen. Das wusste ich da aber noch nicht. 
Als ich gerade den noch zum Cube dazu erworbenen Spezial-Nährboden für die Pflanzen (nicht im Lieferumfang enthalten bei der Version „Complete“) als unterste Schicht ins Becken kippen wollte rief Mulle: „Stopp!“ Laut las sie aus der Anleitung vor, wir müssten zuerst einmal eine Dichtigkeits-Prüfung durch Auffüllen mit Wasser durchführen. Dann der Hammer! Originaltext: „Das gefüllte Aquarium einige Stunden stehen lassen.“
Wie war das mit den 60 Minuten? Also alles wieder eingepackt und das Becken in die Küche geschleppt, Wasser reingefüllt und stundenlang alle 10 Minuten, Fingernägel kauend, in die Küche getigert und „auf Dichtigkeit geprüft“. Dennerle Cubes sind klasse, aber der, der das mit den 60 Minuten draufgeschrieben hatte, der sollte sich selbst mal auf Dichtigkeit überprüften lassen. Also nur so als Tipp von einem Morbus Nanus-Kranken zum anderen.
Stunden später, alles dicht, habe ich das Wasser wieder rausgelassen. Einfach einen Schlauch reingeworfen bis die Luft draußen war, dann das eine Ende des Schlauchs im Becken gelassen, das andere mit Daumen drauf ins Spülbecken gehängt, Daumen runter, Wasser Marsch! Hebern ist ganz nach meinem Geschmack. Der Schlauch hebert, Mulle und ich schauen entspannt zu.
Einen geeigneten Standort hatten wir gefunden. Einen stabilen und gut verzapften 50 cm hohen Erle Tisch. Der war von „TEAM 7“, der hielt was aus, der würde die 75 kg Endgewicht locker tragen. Hatte mich vorsichtshalber vorher drauf gestellt. Demnach hätten wir durchaus noch einen 20-Liter Cube dazu stellen können. Mulle hat den Tisch noch schnell gewachst, denn sie wusste, ich würde plantschen und mancher Spritzer würde daneben gehen. Nachdem Mulle den Cube noch mit warmem Wasser (ohne Zusätze) gereinigt hatte konnte es endlich losgehen.
Oder auch nicht.
Mist, die schwarze Folie musste ja noch auf die Rückwand geklebt werden und die ist gewiss nicht Nano. Bin ich froh, dass ich einen leichten Tatterich habe! Ich hasse Folien und Folien hassen mich. Ich verzweifle ja schon an einer kleinen Display-Folie für das Mobiltelefon.
Mulle opferte sich und ich hab sie unterstützt. Mit überflüssigen Kommentaren.
Ich habe schließlich doch noch mit Hand angelegt. Eine halbe Stunde haben wir gemurkst bis die Folie dran war. Mittlerweile war es draußen schon dunkel geworden.
O.K., ich neige ein bisschen zu Ungeduld und Perfektionismus, so schlimm war es im Nachhinein auch wieder nicht. Dennerle hatte seine Hausaufgaben gemacht, die Folie ließ sich problemlos immer wieder ein bisschen lösen um die Lage zu korrigieren.

Zuletzt hat es gar nicht übel ausgesehen und den paar Blasen, die entstanden sind, rückte Mulle mit einer Nadel auf die schwarze Nano-Pelle.
Mulle hat noch den Filter mit warmem Wasser gereinigt und zusammengebaut, das ging wirklich flott. Die Filter-Anleitung gab auf den zweiten Blick keinerlei Rätsel auf
Zuhat sie den Kies gewaschen. Den Kies mussten wir bei diesem Set extra dazu kaufen, 6kg sollten genügen. Für die Garnelen passt sehr gut ein schwarzer Kies um 1mm. Wer es sich leisten kann, dem empfehle ich den Dennerle Nano Garnelenkies Sulawesi schwarz. Mulle hat den Kies in einen Eimer geschüttet, kaltes Wasser dazu gegeben und den Kies umgerührt, bis alle Schwebstoffe sich im Wasser gelöst hatten, dann abgegossen. Diese Prozedur hat sie ein paar Mal wiederholt, bis makroskopisch kein Schmutz mehr zu sehen war. Zurück blieb der saubere Kies.
Tipp: Aquarien-Kies nicht mit heißem Wasser waschen wegen der Kunststoffummantelung! Steht meist auf der Verpackung, wird aber gern übersehen.
Für die Aktion war der halbe Sonntag und ein Liter Kaffee drauf gegangen. An diesem Punkt hatten wir erst mal genug gemurkst. Spaß hat es trotzdem gemacht.




Kommentare:

  1. Sehr schön beschrieben. Würde mich freuen, wenn das hier auch weitergeführt wird. Ich hatte meine Nano-Aquarium Einrichtung mit dem Dennerle Cube bei mir im Blog ebenfalls beschrieben: http://www.nano-aquarium.info/einrichten

    Viele Grüße

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  2. Danke für Dein Feedback! Ich würde Deinen Blog ggf gern mit meinem verlinken, einverstanden?

    Beste Grüße, Roland

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