Dienstag, 26. Juli 2016

Flusskrebse sicher versenden

Flusskrebse sicher versenden ist leichter als gedacht, wenn man sich an bewährte Prozeduren hält. 
Verpackungsbecher für Salate, wasserdicht verschließbar
Da ich kürzlich einmal mehr so ein Foto zugespielt bekommen habe, hab ich mich heute entschlossen, einen Blogbericht zu verfassen. 
So ist es falsch. 
so nicht!
Die Flusskrebse sind tot angekommen, wurden wahrscheinlich totgeschüttelt.
So ist es richtig: Das Transportgefäß muss so eng sein, dass der Flusskrebs sich gerade noch ein kleines bisschen bewegen bzw. drehen kann. Die Pakete werden nach meiner Erfahrung praktisch immer geworfen, fallen herunter und kollern im Lieferwagen umher. Leider hab ich das schon selbst beobachten müssen.
Sitzt der Kneifer aber eng in einem weichen Gefäß, ist dieses Risiko ausgeschlossen. Es reicht sehr wenig Wasser. Manche versenden ihre Flusskrebse sogar lediglich feucht. Wichtig ist nur, dass das Gefäß 100% wasserdicht ist, damit der Flusskrebs nicht ganz trocken sitzt. Solange die Kiemen feucht bleiben, geht es ihm gut. So transportierte Flusskrebse bitte erst nach und nach wieder ganz mit Wasser bedecken, wenn sie angekommen sind, damit sie nicht ertrinken. 

Ich geb soviel Wasser in die Schale, dass der Flusskrebs nicht ganz mit Wasser bedeckt ist. Das hat den Vorteil, dass der neue Besitzer einen Teststreifen, ein Leitwertmessgerät oder ein Thermometer hineinhalten kann. So weiß er sofort, ob die Werte mit seinem Aquarienwasser kompatibel sind und ob der Flusskrebs erst langsam erwärmt oder abgekühlt werden muss. 
Mein Text und meine Fotos unterliegen dem Urheberrecht. Sie dürfen zu Informations- und Ausbildungszwecken gerne geteilt werden.

Am sichersten sind laut meiner Erfahrung sogenannte Feinkostbecher bzw. Salatschalen mit Deckel mit 250 ml
Die Schalen gibt es in verschiedenen Größen, diese hier hat 250 ml, der Cherax ist 5 cm lang, ohne Scheren
Mit Streifen von Matten oder Filterschwämmen wird die Schale etwas ausgepolstert
Die Schale muss ringsrum gut geschlossen sein, lieber einmal mehr kontrollieren
Diese Schale ist nicht richtig geschlossen
Zur Sicherheit verpacken wir die Schale noch in einem Fischversandbeutel oder einem wasserdichten Gefrierbeutel
Der Beutel mit einem breiten, stabilen Gummi fest verschlossen, die Schale in eine Styropor-Box gestellt und ringsum gut gepolstert, so dass die Schale nicht in der Styroporbox umhergeschleudert wird
Zuletzt wird das Paket mit Klebeband verschlossen. Der Hinweis "Vorsicht Olivenöl" hat sich bewährt. Niemand möchte ranziges Olivenöl in seinem Sprinter haben. Selbst der scheinbar begriffstutzigste Analphabet kann plötzlich lesen, wenn er das liest
Unbedingt die Adressse noch einmal überprüfen! Und möglichst die Telefon-Nummer vom Empfänger auf dem Paketschein angeben. 
Noch ein Tipp: Bei Temperaturen über 25°C geben wir einen Beutel mit kühlem Wasser mit ins Paket. Wasser ist der beste Wärme- bzw Kältespeicher! Bei Temperaturen von 28°C oder mehr verschicken wir grundsätzlich keine Flusskrebse.
Im Winter verfahren wir umgekehrt. Heatpacks verwende ich ungern. Falls das jemand bevorzugt, die Löcher zur Luftzufuhr ins Paket nicht vergessen! Cambariden wie Procambarus Alleni werden grundsätzlich ohne Heatpack verschickt. Besser ist, bei einstelligen Temperaturen vorübergehend gar nicht zu verschicken.
Styropor-Pakete bekommt man in gutem Zoo-Fachgeschäft oder Online-Shop, unsere sind von der Tierarzt-Praxis. Die bekommen ihre Impfstoffe in solchen Paketen und sind froh, wenn sie sie nicht entsorgen müssen. 


Das abgebildete Flusskrebse-Weibchen ist übrigens nach drei Tagen wohlbehalten beim Empfänger angekommen. 
Roland Emmenlauer, 26.7.16

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